Wie eng medizinische Praxis und Umweltbelastung miteinander verknüpft sind, zeigen die konkreten Beispiele:
- Medikamente belasten die Umwelt über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg – von der Herstellung über den Transport und die Anwendung bis hin zur Entsorgung. Die pharmazeutische Produktion erfordert häufig den Einsatz von Chemikalien, Energie und Wasser. Ein zentrales Problem ist das Auftreten von Arzneimittelrückständen in Gewässern – verursacht durch Ausscheidungen von Menschen und Tieren oder durch unsachgemäße Entsorgung. Kläranlagen können diese Substanzen häufig nicht vollständig herausfiltern, was zur Belastung von Flüssen, Seen und Grundwasser führt.
- Unnötige diagnostische Tests verursachen unnötige Treibhausgasemissionen – etwa durch den Betrieb medizinischer Geräte, Energie- und Wasserverbrauch, Materialeinsatz und Abfall.
- Nicht indizierte Eingriffe belasten die Umwelt durch vermeidbare Treibhausgasemissionen, Ressourcenverbrauch, Energieaufwand und Abfallerzeugung. Für Eingriffe müssen Patient*innen bei ihrer An- und Rückreise teils weite Wege zurücklegen. Dadurch entstehen Transportemissionen, die sich durch den Verzicht auf unnötige Maßnahmen vermeiden lassen.
- Überversorgung führt zu zusätzlichem Abfall – beispielsweise durch Einwegartikel wie Nadeln, Spritzen, Testkits, Handschuhe, Kittel und Masken sowie durch pharmazeutische Rückstände.
Quelle
Choosing Wisely Canada. (2024.). Choosing Wisely & Climate Action. Abgerufen am 6. Oktober 2025, von https://choosingwiselycanada.org/climate/