Allgemeinmedizin

Röntgen bei Rückenschmerzen

„Schau‘ ma mal“?
Bringt bei Rückenschmerzen
meist nicht viel.

Laut Umfragen leidet jede und jeder dritte Erwachsene in Österreich unter Rückenschmerzen. Zu oft und zu schnell wird dann zu Röntgen, Computer-tomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) überwiesen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Mehrheit der Betroffenen nach vier Wochen ohnehin wieder beschwerdefrei ist, ob mit oder ohne Bildgebung.

Bei akuten Rückenschmerzen ist eine radiologische Untersuchung nicht sinnvoll – außer es besteht Verdacht auf eine gefährliche Ursache.

Eine radiologische Untersuchung innerhalb der ersten sechs Wochen gilt als Überdiagnostik: Die wenigsten radiologischen Untersuchungen liefern eine Erklärung für Kreuzschmerzen. Zu aufwändiger Bildgebung wie der Magnetresonanztomographie sollten Ärztinnen und Ärzte nur zuweisen, wenn sie einen konkreten und begründeten Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung oder Verletzung, etwa auf Bandscheibenvorfall oder Knochenbrüche, haben. Warnsymptome, auch „red flags“ genannt, sind zum Beispiel Schmerzen in Verbindung mit einem Unfall, Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen oder eine Krebserkrankung. Bei Rückenschmerzen einer jungen Frau nach einem Sturz vom Pferd ist eine MRT sinnvoll, beim Kreuzschmerz eines älteren Büroangestellten weniger.

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Keine Bildgebung bei Rückenschmerzen ohne konkreten Verdacht

Laut Umfragen der Statistik Austria leidet jede und jeder dritte Erwachsene unter Rückenschmerzen. Menschen mit Schmerzen an der Wirbelsäule werden zu oft und zu schnell zu Röntgen, Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) überwiesen.
Dabei zeigen wissenschaftliche Untersuchungen, dass die Mehrheit nach vier Wochen wieder beschwerdefrei ist, mit oder ohne Bildgebung. Eine radiologische Untersuchung innerhalb der ersten sechs Wochen gilt als Überdiagnostik, wenn kein Verdacht auf eine gefährliche Ursache vorliegt. Eine CT bedeutet eine deutliche Strahlenbelastung für den Körper und sollte, wenn nicht notwendig, unbedingt vermieden werden.

„Red flags“
Die wenigsten radiologischen Untersuchungen liefern eine Erklärung für Kreuzschmerzen. Meist sind die Beschwerden harmlos und verschwinden von selbst wieder. Zu einer aufwändigen Bildgebung wie der Magnet-resonanztomographie sollten Ärztinnen und Ärzte nur zuweisen, wenn sie einen konkreten und begründeten Verdacht auf eine schwerwiegende Erkrankung oder Verletzung, etwa auf einen Band-scheibenvorfall oder Frakturen, haben. Warnsymptome, auch „red flags“ genannt, sind zum Beispiel Schmerzen in Verbindung mit einem Unfall, Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen oder eine Krebs-erkrankung. Bei Rücken-schmerzen einer jungen Frau nach einem Sturz vom Pferd ist ein MRT sinnvoll, bei Kreuzschmerzen eines älteren Büroangestellten weniger.

Gut zu wissen:
Eine Zusammenfassung verschiedener Studien machte deutlich: Von 200 Patientinnen und Patienten (Durchschnittsalter 43 Jahre) mit Rücken-schmerzen wurden 100 radiologisch untersucht, 100 nicht. Nach zwei Jahren hatten beide Gruppen gleich viele Schmerzen oder körperliche Einschränkungen, egal, ob eine Bildgebung erfolgt war oder nicht.

Fazit

Bei Rückenschmerzen sollte gezielt und nur bei Verdacht auf schwerwiegende Ursachen eine radiologische Untersuchung erfolgen. In den meisten Fällen verschwinden die Beschwerden nach einigen Wochen von selbst.

Quellen

Zi-ADT-Panel, Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung in der Bundesrepublik Deutschland

http://www.gbebund.de/gbe10/ergebnisse.prc_tabfid=15458&suchstring=lumbago&query_id=&sprache=D&fund_typ=TXT&methode=2-&vt=1&vrwandte=1&page_ret=0&seite=&p_lfd_nr=1&p_news=&p_sprachkz=D&p_uid=gast&p_aid=90392871&hlp_nr=3&p_janein=J

Statistik Austria
http://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/gesundheit/-gesundheitsdeterminanten/025390.html

VersorgungsLeitlinie N. Nicht-spezifischer Kreuzschmerz. 2. Auflage; 2017

Karel YHJM, Verkerk K, Endenburg S, Metselaar S, Verhagen AP. Effect of routine diagnostic imaging for patients with musculoskeletal disorders: A meta-analysis. European Journal of Internal Medicine. 2015;26(8):585-95

Ausgewählt von

Die Österreichische Fachgesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin  informiert Ärzte und Ärztinnen regelmäßig über aktuelle Forschungsergebnisse, koordiniert Fortbildungen, erarbeitet evidenzbasierte Leitlinien für die Praxis, unterstützt Forschungsprojekte und setzt sich für gesundheitspolitische Anliegen ein.