Geriatrie

Bakterien im Harn

Schwer bewaffnet gegen
Bakterien im Harn.
Das muss nicht sein!

zuletzt aktualisiert: November 2018

Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterbauch, häufiger
Harndrang und manchmal sogar Fieber – Bakterien in Harnröhre und
Blase verursachen in der Regel diese höchst unangenehmen Symptome
eines Harnwegsinfekts. Ein Antibiotikum kann die Keime meist schnell
und verlässlich abtöten. Hin und wieder finden sich aber auch Bakterien
im Harn von Menschen, die völlig beschwerdefrei sind. Trotzdem wird
oft reflexartig ein Antibiotikum verschrieben.

Bakterien im Harn erfordern nicht zwangsläufig Antibiotika.

Nur wer Beschwerden hat, braucht

eine Behandlung!

25 bis 50 von 100 älteren Frauen und 15 bis 40 von 100 älteren Männer in Langzeitpflegeeinrichtungen haben Bakterien im Harn. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie auch an einem Harnwegsinfekt leiden. Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit Bakterien im Harn, aber ohne Symptome im Allgemeinen nicht von einer Therapie mit Antibiotika profitieren. Im Gegenteil, insgesamt überwiegen eher die Nebenwirkungen
der Medikamente, wie Durchfall, Übelkeit und Entwicklung von Resistenzen.

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Brennen beim Wasserlassen, Schmerzen im Unterbauch, häufiger Harndrang und manchmal sogar Fieber – diese höchst unangenehmen Symptome eines Harnwegsinfekts werden von Bakterien in Harnröhre und Blase verursacht. Ein Antibiotikum kann die Keime meist schnell und verlässlich abtöten. Hin und wieder finden sich aber auch Bakterien im Harn von Menschen, die völlig beschwerdefrei sind. Oft werden sie zufällig entdeckt, etwa im Zuge von Routineuntersuchungen. Im Gegensatz zum symptomatischen Harnwegsinfekt ist es in diesem Fall jedoch nicht notwendig, mit Antibiotika zu behandeln. Eine Ausnahme bilden schwangere Frauen. Auch vor Operationen am Urogenitaltrakt sollte dieser zuvor mit Antibiotika von Bakterien befreit werden.

Ohne Beschwerden keine Behandlung

Untersuchungen haben gezeigt, dass Menschen mit Bakterien im Harn, aber ohne Beschwerden im Allgemeinen nicht von einer Therapie mit Antibiotika profitieren. Im Gegenteil, insgesamt überwiegen eher die Nebenwirkungen der Medikamente, wie Durchfall oder Übelkeit.

Darüber hinaus können Bakterien gegen Antibiotika resistent werden, weshalb sie generell nie ungerechtfertigt eingesetzt werden sollen.

Gut zu wissen:

Bei 25 bis 50 von 100 älteren Frauen und 15 bis 40 von 100 älteren Männern in Langzeitpflegeeinrichtungen lassen sich Bakterien im Harn nachweisen. Das bedeutet aber nicht, dass sie auch an einem Harnwegsinfekt leiden oder dass sie eine Therapie benötigen.

Bakterien im Harn erfordern nicht zwangsläufig Antibiotika.

Nur wer Beschwerden hat, braucht eine Behandlung!

Originalempfehlungen und Quellen:

American Geriatrics Society

[http://www.choosingwisely.org/wp-content/uploads/2015/01/Choosing-Wisely-Recommendations.pdf]

Dull RB, Friedman SK, Risoldi ZM, Rice EC, Starlin RC, Destache CJ. Antimicrobial Treatment of Asymptomatic Bacteriuria in Noncatheterized Adults: A Systematic Review. Pharmacotherapy: The Journal of Human Pharmacology and Drug Therapy. 2014;34(9):941-60.

Nicolle LE, Bradley S, Colgan R, Rice JC, Schaeffer A, Hooton TM. Infectious Diseases Society of America guidelines for the diagnosis and treatment of asymptomatic bacteriuria in adults. Clinical Infectious Diseases. 2005:643-54.

Ausgewählt von

 

Die Österreichische Gesellschaft für Geriatrie und Gerontologie (ÖGGG) vertritt die Interessen der multimorbiden und vulnerablen älteren Menschen und Ihrer Angehörigen. Weiters fördert die ÖGGG Forschung und Lehre über das Altern und verbreitet aktuelle geriatrische und gerontologische Erkenntnisse.